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Subprojekt 1

Heimerziehung im Widerstreit: Untersuchung der normativen und strukturellen Konzepte in Expertenkreisen und in der Heimerzieherausbildung

Subprojekt 1 untersucht die Wissensproduktion im Bereich der Fremdplatzierung und der Heimerziehung in der Schweiz zwischen 1950 und 1990. Die Diskursentwicklung wird anhand von zwei Teilprojekten untersucht, welche die Entwicklungen in der Deutschschweiz und der Romandie vergleichen und dazu sozialwissenschaftliche und historische Ansätze kombinieren.

Auf der Ebene der Diskurse erscheint die Heimerziehung als eine ausgesprochen vielschichtige und normative Thematik. Sie verweist auf grundlegende Denkfiguren wie die zeitgenössischen Familienideale oder Vorstellungen von zwischenmenschlicher Nähe und sozialer Zugehörigkeit. Innerhalb dieses Diskursfelds lassen sich verschiedene Ebenen und Positionen identifizieren. Denn letztlich prägten zahlreiche Akteure aus ganz unterschiedlichen sozialen Milieus die Konzepte und Wahrnehmungen dieser Form der Erziehung. Zudem wandelten sich die diskursiven Modelle im Laufe der Zeit. Ein Ziel des Subprojekts ist es deshalb, das "diskursive Gewimmel" zu entflechten, das trotz seiner Bedeutung für die Ausbildung der Heimerzieher/innen und die Entwicklung der Platzierungsformen bislang für die Schweiz nicht näher untersucht worden ist.

Das Subprojekt untersucht zwei grundlegende Fragen: Einerseits die Frage, wie Fremdplatzierungen öffentlich thematisiert und verhandelt wurden, andererseits die Frage, wie die Wahrnehmungen und Konzepte dieser Erziehungsform in konkreten Kontexten debattiert und durch die Ausbildungsprogramme für Heimerzieher/innen beeinflusst wurden. Diese Fragen stellen den Ausgangspunkt für das Projekt dar, das die diskursive Konstruktion der Fremdplatzierung und Heimerziehung in der Schweiz in einer vergleichenden Perspektive untersucht.

Das Subprojekt umfasst zwei Teile: Teil A fokussiert auf die Deutschschweiz, während Teil B die Romandie untersucht. Was die Romandie anbelangt, in der die Diskursentwicklung stark durch transnationale Wissenszirkulationen bestimmt gewesen sein dürfte, werden zudem die Verknüpfungen zwischen der internationalen und lokalen Ebene besonders berücksichtigt. Zwei Orte scheinen für die Wissensproduktion im Bereich der Heimerziehung von besonderer Bedeutung gewesen sein: die Berufsverbände und die von ihnen herausgegebenen Zeitschriften sowie die Ausbildungsinstitutionen für angehende Heimerzieher/innen. Innerhalb der Berufsverbände wurden Erziehungsfragen und der Wandel der Platzierungsstrukturen etwa anlässlich von Tagungen oder in Fachzeitschriften kontrovers diskutiert. Die Ausbildungsinstitutionen für angehende Heimerzieher/innen sind dagegen von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, die sich wandelnden Anforderungen und Bedürfnisse, die Auswirkungen von Heimstrukturen und die Effekte zu untersuchen, die diese Entwicklungen auf die Ausbildung des Heimpersonals hatten.

Kontakt:
Prof. Gisela Hauss (gisela.hauss@fhnw.ch); Dr. Joëlle Droux (joelle.droux@unige.ch); Véronique Czáka, lic. phil. DEA (); Dr. des. Sara Galle (sara.galle@fhnw.ch)

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