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Placing Children in Care

"Placing Children in Care: Child Welfare in Switzerland (1940–90)" ist ein Sinergia-Projekt, das vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wird und an dem fünf Hochschulen (Fachhochschule Nordwestschweiz, Universität Zürich, Universität Fribourg, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Universität Genf) beteiligt sind. Innerhalb des Netzwerks nimmt die Fachhochschule Nordwestschweiz (Hochschule für Soziale Arbeit, Institut Integration und Partizipation) die Funktion des leading house ein. Das Projekt startete im Januar 2014.

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Institut St. Nicolas, Drognens, Kanton Fribourg, ca. 1914. Es handelt sich um ein Bild, das im Auftrag des Schweizerischen Armenerziehervereins im Hinblick auf die Schweizerische Landesausstellung von 1914 in Bern angefertigt wurde. Quellenverweis: Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich, Signatur: Sozarch_F_Fe-0003-02.

Das Verbundprojekt beschäftigt sich in einer interdisziplinären Perspektive (Geschichtswissenschaft, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften) mit dem System der Heimerziehung in der Schweiz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit wuchsen Zehntausende von Kindern und Jugendlichen ausserhalb ihrer Herkunftsfamilien in Heimen, aber auch in Pflegefamilien auf. Neuere Forschungen haben gezeigt, dass dabei das Kindswohl und individuelle Bildungs- und Entwicklungschancen vielfach zweitrangig waren. Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen war die Unterbringung in einem Heim oft mit der Erfahrung von Isolation und Lieblosigkeit verbunden. Viele mussten arbeiten und bekamen  lediglich eine rudimentäre Schulbildung. Eine unbekannte Zahl wurde Opfer von körperlichem oder sexuellem Missbrauch.

Ziel von Placing Children in Care ist es, solche Erfahrungen im Kontext der Fremdplatzierungspraxis in der Schweiz zu analysieren und den Wandel, den dieses Feld zwischen 1940 und 1990 erfahren hat, besser zu verstehen. Um die Komplexität und Vielfalt der Problematik, die Zusammenhänge zwischen Diskurs, Politik und Praxis sowie die Faktoren und Auswirkungen des Wandels im Untersuchungszeitraum zu erfassen, werden verschiedene analytische Perspektiven und Zugänge miteinander verbunden. Das Gesamtprojekt ist in drei Subprojekte gegliedert:

  • Subprojekt 1 (Fachhochschule Nordwestschweiz, Universität Genf) ist auf der Ebene der Wissensproduktion angesiedelt und untersucht die zeitgenössischen Konzepte, Diskurse und Debatten im Kontext Heimerziehung.
  • Subprojekt 2 (Universität Fribourg, Universität Zürich) fokussiert die Ebene der institutionellen Praxis und Politik und untersucht anhand verschiedener Fallstudien die regionale Vielfalt von Massnahmen und deren Durchführung.
  • Subprojekt 3 (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) untersucht die Biographien sowie die in den Akten dokumentierten Verläufe im Kontext von Fremdplatzierungen. Gefragt wird nach den Wirkungen von Fremd- und Heimplatzierungen auf das Leben der Betroffenen.
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